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  • Ina

Verlust

Heute Morgen bin ich aufgewacht, habe aufs Telefon geschaut und das Datum gesehen. 04.12. Irgendetwas hat auch geklingelt. 04.12. ... da war doch irgendwas. Aber ich kam nicht drauf. Dann hatte ich während dem Morgenessen ein Gespräch über das Thema Geburtstraumata und wie wichtig es ist sich anzuschauen, wie wir auf diese Welt kommen, da das Einfluss auf den gesamten weiteren Verlauf unseres Lebens hat. Ich teilte, dass bei meiner Rückführung rauskam, dass ich schlichtweg noch nicht soweit war, dass ich meine eigene Zeit habe. Die Quintessenz war: „Ich hätte noch mehr Zeit gebraucht, ich war noch nicht bereit.“ Und ich kam immer noch nicht drauf.


Dann habe ich etwas gesucht und habe dabei die Babykiste auf die Seite gestellt. Als ich sie zurückstellen wollte, kam der Impuls mich mit ihr hinzusetzen, sie zu öffnen und mich wieder mit ihrem Inhalt auseinanderzusetzen. Sowie ich den Baby-Erdbeerbody in Händen hielt machte es Klick - 04.12. - GEBURTSTERMIN!!! Alle Schleusen auf 😭😭😭

Dem Impuls ihm zu schreiben bin ich ebenfalls nachgegangen. Wir haben einen Raum geöffnet und geteilt, was auch immer gerade präsent war und geteilt werden wollte bzw. konnte.

Danach spürte ich ein exzessives Stechen unter dem linken Lungenflügel, ausgehend auf Solarplexus-Höhe Richtung Herz. Richtig heftig grausamer Schmerz. Keine Ahnung, was mir meine Körperin sagen wollte… bis vor 1 Stunde. Die Erkenntnis „ich brauche mehr Zeit, ich bin noch nicht soweit“ hat sich hier erneut gezeigt. Sobald es ums Fühlen geht, brauche ich länger… ich brauche Zeit. Überall bin ich so schnell, teilweise zu schnell. Hier bin ich unfassbar langsam und selten bereit.


Ich habe bis jetzt gebraucht, um zu fühlen, um wahrzunehmen, um mir zu erlauben und um mir dann einzugestehen, dass ich gerade nichts anderes will, als dass er hier ist, dass er mich in dieser schweren Zeit hält, dass er mir in diesem ganzen Prozess schrecklich fehlt. Nicht zwingend als Partner, sondern als Vater meines, unseres Sohnes. Ich wünsche mir, dass wir als Eltern, die ein Kind verloren haben, einander halten, miteinander und gemeinsam trauern - physisch und in Präsenz.


Diese, meine Wahrheit will (aus)gesprochen werden, was ich bereits getan habe. Und ich durfte fühlen, dass das nicht ausreicht. Ich darf und will meine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse dem gegenüber aussprechen und dahin adressieren, wo sie hingehören, um ihnen, dem Prozess sowie Finn selbst entsprechend Wertschätzung entgegenzubringen. Ich spüre, wie wichtig das ist.


Er fehlt mir in dem gesamten Trauerprozess um meinen verlorenen Sohn, ich vermisse ihn und ich wünschte, er wäre jetzt gerade hier, bei und mit mir, mit uns - als Familie.


Ahé

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