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  • Ina

Bekenntnis

Ich bin Feministin!


Rumps…! Jetzt ist es raus. Diese drei Worte laut und vor Publikum auszusprechen, sorgt fast immer für zwei Reaktionen

  1. betretenes Schweigen mit riesengroßen Äuglein

  2. für allerlei Zündstoff

Der Begriff „Feminismus“ ist inzwischen äußerst negativ konnotiert und wird als Synonym für so viele verschiedene Dinge, Definitionen und Bewegungen genutzt bis hin zu instrumentalisiert, dass niemand mehr so richtig weiß, was er eigentlich bedeuten soll. Und ob er überhaupt eine allgemeingültige Bedeutung hat.


Wikipedia definiert Feminismus wie folgt:

„Feminismus (über französisch féminisme abgeleitet von lateinisch femina ‚Frau‘ und -ismus) ist ein Oberbegriff für gesellschaftliche, politische und akademische Strömungen und soziale Bewegungen, die, basierend auf kritischen Analysen von Geschlechterordnungen, für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung aller Menschen jeglichen Geschlechts sowie gegen Sexismus eintreten und diese Ziele durch entsprechende Maßnahmen umzusetzen versuchen. Daneben verweist Feminismus auf politische Theorien, die – über einzelne Anliegen hinaus – die Gesamtheit gesellschaftlicher Verhältnisse, einen grundlegenden Wandel der sozialen und symbolischen Ordnung und der Geschlechterverhältnisse im Blick haben. Gleichzeitig erlauben sie Deutungen und Argumente zur Gesellschaftskritik.“


Duden.de folgt einer ähnlichen Definition.


Die Bundeszentrale für politische Bildung (kurz bpb) hingegen springt mit dieser Definition in den Ring:

„Feminismus [lat.] F. bezeichnet a) eine Bewegung, die sich für politisch-praktische Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenschancen von Frauen einsetzt und b) theoretisch-wissenschaftliche Bemühungen, die Diskriminierung des weiblichen Geschlechts als Barriere wissenschaftlicher (und praktischer) Erkenntnis wahrzunehmen und zu überwinden.“


Und genderdings.de holt mit folgender Definition noch etwas weiter aus:

„Was genau heißt Feminismus? Erstmal ganz wichtig: es gibt nicht den einen Feminismus. Es gibt viele verschiedene Bewegungen und Theorien, die sich für unterschiedliche Themen stark machen und sich teilweise sogar widersprechen. Trotzdem gibt es einen Kern, der wohl alle Feminismen verbindet. Feminismus setzt sich für die Gleichstellung aller Menschen, gegen Sexismus und gegen die Diskriminierung von Frauen ein.

Feminist:innen kritisieren, dass auch heute noch die meiste Macht in den Händen von Männern liegt. Dazu gehören der Zugang zu Geld und die Macht über Personen (z.B. in den Chefetagen). Aber es geht auch darum, wem zugehört wird, wer als kompetent angesehen wird oder wer in Geschichtsbüchern auftaucht (über viele wichtige Frauen und nicht-binäre Menschen in der Geschichte wird einfach nie berichtet oder ihre Bedeutung wird klein geredet).

Das Ziel von Feminismus ist nicht, statt Männern Frauen an die Macht zu bringen. Es gut um gerechte Verteilung und mehr Selbstbestimmung für alle.“


Spannend! Was diese Definitionen lediglich zeigen sollen ist, dass es eben keine eng gefasste Meinung, keine harte Definition und kein „one-size-fits-all“-Prinzip bei Begrifflichkeiten wie Feminismus gibt. Dennoch hat sich der Großteil der Öffentlichkeit, und damit sind Männer und Frauen gleichermaßen gemeint, ein doch eher negativ angehauchtes Bild über Feminist:innen angeeignet.


Des Öfteren wurde ich mit der Vorstellung einer frustrierten Furie konfrontiert, die hysterisch mit Pappschildern herumfuchtelt, sich öffentlich T-Shirt und BH vom Leib reißt und sich mit roter Farbe „Macht den Frauen“ auf die blanken Brüste pinselt. Diese Damen mag es durchaus geben und es ist eben ihre ganz eigene Art auf die bestehende Dysbalance aufmerksam zu machen. Aber deshalb stehen sie doch nicht automatisch stellvertretend für diverse Bewegungen unter dem Zeichen der Gleichberechtigung FÜR ALLE. Ja, wir leben in einer Gesellschaft, in der die, die am lautesten und öffentlichkeitswirksamsten schreien, den Ton angeben und das Bild dieser maximal prägen. Aber ist das nicht eher ein Hinweis auf die eindimensionale Denkweise und Einfachheit unserer Gesellschaft als ein wahres Bild einer ganzen Bewegung?




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