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  • Ina

Dating

Aktualisiert: 23. Okt. 2023

Nach der doch etwas härteren Kost der letzten Posts hatte ich eigentlich vor etwas Leichteres & – wenn es sich anbietet – etwas Lustiges über meine bisherige Zeit in Nepal zu schreiben. So im Sinne von “Pleiten, Pech & Pannen”. Tatsächlich – man mag es kaum glauben – ist hier aber noch gar nicht so viel passiert. Ich bin bisher weder in den Froschtümpel gefallen, was an ein Wunder grenzt, noch bin ich Kopf voraus in den Misthaufen geflogen. Bei Zweiterem stehen die Chancen jedoch noch recht gut. Wir bauen in den kommenden Wochen Reis an & die Felder sind gespickt mit diversen kleinen & großen Haufen. Toi toi toi… ich klopf vorsichtshalber mal auf Holz. Kann ja nicht schaden. Vom Spinnen-Dilemma habe ich bereits berichtet. Auch wenn es dazu noch unzählige Anekdoten gäbe, haben sie doch alle dieselbe Botschaft. Ich werde einfach nicht warm mit den Viechern, übe mich aber tagtäglich in Akzeptanz & Koexistenz – mit mehr oder weniger Erfolg, je nach Verfassung & GRÖßE. Himmel sind die Viecher groß.

Da mein aktuelles Leben tatsächlich relativ unfallfrei verläuft – erneutes TOI TOI TOI auf Holz – & von Pleiten [nach meiner Definition] bisher vorschont geblieben ist, vom aktuellen strikten Lockdown einmal abgesehen, habe ich gerade echt etwas Struggle, worüber ich schreiben könnte. Klar, sind über die letzten Wochen & Monate einige Posts entstanden, die alle interessant sind & auch eine klare Botschaft haben. Aber so wirklich witzig sind die nicht. Und da ich mir nun einmal genau das in den Kopf gesetzt habe – ob das jetzt Sinn macht oder nicht, sei mal dahingestellt – habe ich in meiner Trickkiste gekramt. Und siehe da, ich bin fündig geworden. Was würde sich in meinem bisherigen Leben besser für das Thema “Pleiten, Pech & Pannen” eignen als – genau! – mein Liebesleben! Hell yah, was für ein buntes Sammelsurium an Desastern. Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Naja, wie wär es erstmal mit den allgemeinen Fakten. Here we go.


Ich date seit ich ungefähr 13 bin. Als kleiner Reminder – ich bin 31, bald 32. Also date ich über mein halbes Leben lang – mit eher mäßigem Erfolg. Ich bin weder verheiratet, noch vergeben. Die Frage nach dem Ring am Finger ist übrigens die, die mir am häufigsten gestellt wird, seit ich in Nepal bin. Natürlich primär von Männern, aber auch von deren Müttern – yes weird. Und jedes Mal, wenn meine Antwort “NEIN” lautet, werde ich von Kopf bis Fuß gemustert wie Vieh bereit zur Schlachtung oder etwas netter formuliert, wie ein potenzieller Fahrschein in ein westliches Leben. Wenn ich mir hier manche Lebensumstände genauer anschaue, ist das verständlich & nachvollziehbar. Auch nehme ich es ihnen keineswegs übel. Es bringt mich eher zum Schmunzeln. Als potenzielles Heiratsmaterial wahrgenommen zu werden, ist nicht das schlechteste Kompliment. Ganz im Gegensatz zu Europa, wo ich oft ähnlich gemustert wurde, was rein gar nichts mit harten Lebensumständen, geschweige denn mit dem Heiraten zu tun hatte… eher wieder mit der Fleischtheke, falls ihr wisst, was ich meine...


Die Schweiz treibt die Frage nach meinem Familienstand noch auf die Spitze. Sie möchte diese Information nämlich gerne schwarz auf weiß. Dieses ominöse Dokument schimpft sich "Personenstandsausweis". Leider ist diese amtlich-beglaubigte SINGLE-Bescheinigung eine “raffinierte”, will meinen absolut lächerliche Erfindung des Schweizer Bürokratie-Apparats, die – Wunder gibt's – nicht in der deutschen Bürokratie-Landschaft in Erscheinung tritt. Gratulation Deutschland, du siehst mich beeindruckt. Das macht den Ausstieg für mich jedoch um ein Vielfaches schwieriger. Man mag sich kaum vorstellen mit wie vielen Vertreter:innen des Schweizer Beamtentums ich mich inzwischen rumschlagen & lauthals ins Telefon brüllen durfte, dass ich ZUM HENKER NOCHMAL SINGLE bin & in good old germany einfach kein beschissenes Prüfzertifikat existiert, das mir das auch noch AMTLICH BESCHEINIGT. ALTER FALTER… was für ein Irrsinn.


Nicht, dass ich mit meinem Status ein Problem hätte. Mit Nichten. Ich habe das Single-Leben frei gewählt & bin nach wie vor sehr zufrieden mit meiner Entscheidung. Auch wenn ich ehrlicherweise gestehen muss, dass das nicht immer so war. Aber jetzt ist es so & darauf kommt es an. Denn derzeit habe ich weder Zeit, noch Raum, um mich auf einen anderen Menschen zu fokussieren. Das mag vielleicht egoistisch klingen, aber ICH bin mir aktuell einfach wichtiger. Mein Weg, meine innere & äußere Reise nehmen so viel Raum & Zeit in Anspruch, da ist schlichtweg kein Platz für jemand anderen. Zumindest nicht in dem Masse wie es eine ernste, profunde Verbindung verdient. Wenn wir nämlich einmal ganz ehrlich sind, bedeutet Beziehung nicht nur eitel Sonnenschein & rosa Zuckerguss. Nein, sie bedeutet stete Arbeit, was auch vollkommen ok & richtig ist. Wir sind schließlich uns stetig verändernde, wachsende & sich weiterentwickelnde Wesen mit wandelnden Lebenssituationen, Umständen & Meinungen. Naja, zumindest die meisten von uns. Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel :-) Die Arbeit gehört also dazu. Aber genau für die, habe ich gerade keine Zeit. Ich verursache aktuell ausreichend Arbeit, ganz allein & nur für mich selbst. Es wäre schlichtweg unfair mich im Status einer laufenden Baustelle einem anderen Menschen zuzumuten :-)

Soweit, so gut. Was hat mich nun noch dazu bewogen – außer mich selbst zum ersten Mal in meinem Leben auf Platz 1 zu setzen – ein Single-Leben zu bevorzugen? Die etwas billige & gemeine Antwort wäre jetzt – DIE MÄNNER! Aber das stimmt so einfach nicht. Klar, unter meinen Verflossenen waren mehr schwarze Schafe zu finden als ich zählen kann. Aber ich habe sie erstens selbst ausgesucht & zweitens habe ich sie ja auch behalten. Nichts hat mich aktiv daran gehindert das Weite zu suchen, als ich festgestellt habe, dass das jetzt vielleicht doch nicht so das Gelbe vom Ei ist. Also scheint die Antwort darauf doch etwas komplexer zu sein & vor allem doch auch irgendwo bei mir zu liegen & nicht nur bei den werten Herren.


In über 18 Jahren Dating-Historie habe ich es auf fünf Beziehungen gebracht, die meiner Definition nach den Status “Beziehung” auch verdienen. Dabei ist nicht zwingend die Dauer entscheidend, sondern mehr die Tiefe, der Einfluss auf mein Leben & natürlich auch die “Verbindlichkeit”. Also nicht nur eine Affäre oder Dating-Geplänkel, sondern dass man auch nach außen hin als Paar galt & wahrgenommen wurde. Unter besagten fünf war, von der ersten großen Liebe [hach Domi], über den grössten Reinfall & die toxischste Verbindung ever, die sagenumwobene Liebe auf den ersten Blick [zumindest von meiner Seite her – haha], bis hin zu einem Fast-Verlobungsding [oder was auch immer das war] mit einem notorischen Fremdgeher alles dabei. Auch den psychologischen Vater-Tochter-Komplex habe ich nicht ausgelassen. Es ist tatsächlich so, dass man sich den eigenen Vater auf kurz oder lang als den einen oder anderen Partner aussucht. Manche wiederholen das so lange, bis sie es entweder verstanden, alle Facetten einmal abgefrühstückt oder sich ihrem Schicksal ergeben haben. Ich gehöre inzwischen zur ersten Kategorie & habe die zweite hoffentlich hinter mir gelassen. Denn wenn ich ehrlich bin & mir meine Historie so anschaue, habe ich sehr lange zur zweiten Kategorie gehört. Ich scheine nämlich denselben Fehler nie zweimal zu machen. Eher so fünf oder sechs Mal. Nur um wirklich sicher zu gehen. Aber hey, Übung macht den Meister.


Seit meiner letzten Beziehung, was jetzt auch schon fast 4 Jahre her ist… krass wie die Zeit verfliegt… hat sich dank tinder, lovoo, bamble & Co. doch einiges geändert. Das Dating ist echt nicht mehr das, was es einmal war. Ich weiß, ich klinge gerade wie die schräge Tante auf Koks von Gegenüber. Aber jetzt mal Butter bei die Fisch’ – IST DOCH SO! Dank tinder & Co., bei denen ein Bild nicht einmal mehr 1 Wort sagt & erst recht keine 1’000, trifft man auf Männer, die halb so groß sind wie man selbst [bei 1.59 echt ein starkes Stück], die seit der letzten Ablichtung gut & gern 20 kg zu- statt abgespeckt haben oder so dermaßen überrascht sind, dass man tatsächlich so aussieht wie auf den präsentierten Bildern, dass sie vor lauter Begeisterung, Überwältigung oder Enttäuschung [nicht immer klar zu identifizieren] kein Wort herausbringen. Letzteres lässt tief blicken, wie die werte Damenwelt auf den diversen Plattformen unterwegs ist. Bestimmt mit absolut realitätsgetreuen Fotografien & ehrlich-bescheidenen Profiltexten. Da ich aber nun mal heterosexuell bin, vertrete ich die weibliche Perspektive des Datings. Dennoch ist mir durchaus bewusst, dass auch wir Mädels uns auf diesem Gebiet nicht gerade mit Ruhm bekleckern. Meine werten Herren aus Freundes- & Bekanntenkreis können da ebenfalls mit einer wahren Litanei an schrägen Dating-Stories aufwarten. Aber weiter mit der Männerwelt.


Es gibt eine unheimliche Anzahl an Männern, deren Kreativität in Bezug auf das Eröffnungsplädoyer ein “Hoi Siasse, wie gahts” [sorry, Schweizer Dating-Markt] nicht übersteigt. Ok, noch etwas origineller ist da noch: “WOW – du bisch aber hüpsch” [ja, mit “P”]. Dann gibt es noch die Gruppierung, die eklatante Schwierigkeiten damit zu haben scheint das Daten ins reale Leben zu verfrachten. Wenn Interesse an virtuellen Brieffreundschaften besteht, hätte man das auch gleich sagen können. Never mind, aber das würde ich dann doch gerne vorher wissen, bevor ich Zeit- & Lebensenergie in etwas rein Digital-Schriftliches, will meinen Zeitverschwendendes investiere. Und dann wäre da noch dieses wirklich strange Dickpic-Phänomen, das mir immer ein Rätsel bleiben wird. Neben dem, dass ich es wirklich widerlich finde einfach irgendjemandes Dödel buchstäblich unter die Nase gehalten zu bekommen, verstehe ich einfach den Sinn dahinter nicht. Soll mich das Abbild des mehr oder weniger erigierten Gemächts dazu bewegen mit gespreizten Beinen angelaufen zu kommen [auch wenn ich weder weiß, ob & vor allem wie das physikalisch überhaupt möglich ist] oder wie soll die erhoffte Reaktion aussehen? Ich verstehe es wirklich nicht. Also meine Herren – erklärt mal. Was zum Henker denkt ihr euch eigentlich dabei? Was ist denn der Sinn des Ganzen? Ist mir wirklich schleierhaft. Ach & noch etwas, auch wenn ich ggf. nur für mich spreche. Aber ich persönlich kann einem bloßen Bild des männlichen Genitals wirklich nichts Erotisches abgewinnen. Live & in Farbe, ok. Aber bildlich auf meinem Smartphone, komplett zusammenhangslos & dann auch noch von irgendeinem Kerl, den ich nicht kenne? Nein danke!

Ein zusätzliches Manko bei Dating-Apps ist, dass man nie so genau weiß, wer diese Apps verwendet. Im Zweifel sollte man davon ausgehen, dass das wirklich alle tun. Ansonsten kann es schon mal passieren, dass man in der WG-Küche des aktuellen tinder-Dates steht & überraschend auf das tinder-Date von vor einem halben Jahr stolpert. Joa…ist passiert, genau so! Recht witzige Situation inklusive betretenem Schweigen der Männerwelt, da nicht klar war, ob man nun jemanden ins Gehege gefuhrwerkt hat. Keine Sorge, ich konnte das charmant aufklären: “Ich habe nicht mit ihm ge*****t. Wollte das nur klar stellen, weil das hier gerade so im Raum hing.” Japp, diskret wie immer – ganz Ina wie sie leibt & lebt. Inzwischen bin ich mit beiden ganz gut befreundet. Das scheint tinder mir übrigens am meisten zu bescheren – Freunde & gute Bekannte! Von daher finde ich die App gar nicht mal so übel.


Jenseits von kostenlosen Dating-Apps gibt es auch noch den zahlungspflichtigen Sektor der Dating-Websites wie Parship, ElitePartner & Co. Da ich jemand bin, der gern überall mitschwafelt, habe ich aus Interesse, perfider Neugier & give-it-a-try-Mentalität auch das einmal ausprobiert. Trotz Warnung im Hinterstübchen, dass das ggf. nicht nur Zeit-, sondern auch Geldverschwendung ist. Leider sollte sich diese theoretische Annahme, böse Zungen möchten gar von Vorurteil sprechen, mehr als bewahrheiten. Und es kommt noch besser. Die Männer dort sind WIRKLICH verzweifelt. Wo wir beim nächsten bewiesenen Vorurteil wären. Sorry, aber leider Fakt! Oder wie möchte man sonst folgende Erfahrungen erklären? Man stelle sich vor, man habe ein Date mit einem Italiener Ende 30 [och, wie ich es schon vorher wusste] & alles liefe bestens [sehr zu meiner Überraschung]. Dann begehe man die absolut unverzeihliche Frechheit sich nach diesem ERSTEN Treffen noch einmal auf der Plattform blicken zu lassen… ausgerechnet NACHDEM man den lang ersehnten Traummann – also IHN [seine Interpretation der Geschehnisse] – bereits gefunden habe. Kapitalverbrechen – unentschuldbar. Der Shitstorm war sagenhaft & ich hatte den größten Lachflash meines Lebens. Also mich wundert der Single-Status des guten Mannes wirklich nicht. Andere Männer gehen so in ihrem Minderwertigkeitskomplex auf, dass sie mit einem ständig in Wettbewerb stehen müssen, um zu beweisen, dass sie echte Männer sind. Dieser Fall tritt vornehmlich ein, wenn sie jünger sind als die zu beeindruckende Frau. Man erhält in solchen Fällen Fotos von der tollen Finca in Südafrika, die man bereits mit 27 – ganz sicher – aus eigener Tasche finanziert hat, Bilder des perfekt gebräunten & gestählten Bodies vom Urlaub auf Mauritius oder – der absolute Kracher – einen Screenshot der Gehaltsabrechnung. Japp, kein Scherz! Und dann gibt es noch die, deren Leben sich nur noch innerhalb des digitalen Dating-Universums abspielt & es einem mehr als übel nehmen, wenn man die Dreistigkeit besitzt nicht innerhalb des subjektiv gewählten Raum-Zeit-Kontinuums zurückzuschreiben. Richtig geraten – das Herausfinden des korrekten Zeitrahmens obliegt der “Angebeteten” & ja, das ist zum phänomenalen Scheitern vorurteilt. Soviel zum Thema Verzweiflung, merkwürdige Ansichten & Traummann-Potenzial – LOL!


Um auch Verfechter:innen des analogen Datings abzuholen – ja, auch da habe ich einen reichlichen Fundus an “interessanten” Begegnungen vorzuweisen – hier noch ein paar Anekdoten, vornehmlich aus meiner Schweizer Zeit. Vorneweg – daten in der Schweiz, v.a. ohne Dating-Apps, ist nahezu nicht mehr existent. Ich konnte hübsch zurecht gemacht & auf einer Wolke charismatischer Ausstrahlung durch die Zürcher Bars schweben ohne auch nur auf einen einzigen Mann zu stoßen, der den Mut, das Selbstbewusstsein oder das Interesse [fairerweise angefügt] aufbrachte mich anzusprechen, geschweige denn mich auf einen Drink einzuladen. Schien als wäre der Gang nach Canossa ein Pappenstiel dagegen. Ich konnte also an der Bar sitzen bis ich buchstäblich schwarz wurde… Und nein, ich bin da kein Einzelfall [lag also nicht zwingend an mir & meiner Männer-fressenden Attitude, falls der Gedanke aufkam]. Ich habe umfangreiche Recherche in meinem Freundinnen- & Bekanntinnenkreis betrieben. Denen ergeht es ganz ähnlich, weshalb wir uns alle fragen: “Was ist nur los mit den Schweizern?”

Also scheint die neue Form des Datings ihren Anfang im Digitalen finden zu MÜSSEN. Bestes Beispiel dafür war mein wirklich süßer Nachbar. Über 1,5 Jahre sind wir uns immer wieder über den Weg gelaufen & haben uns gegenseitig “registriert”, will meinen es war offensichtlich, dass da Funken fliegen. Aber wurde ich je von ihm angesprochen? Nein, trotz eindeutiger Signale meinerseits. Oder ist ein direktes in-die-Augen-schauen-&-lächeln nicht mehr eindeutig genug? Wenn dem so ist, bitte Mail mit Alternativen an mich. Aber beim Top-lupfen hört der Spaß auf. Nur damit das gleich mal klar ist. Fairerweise habe ich ihn auch nicht angesprochen… ABER ich hab ihn auf tinder gesehen & nach rechts geswiped [= like, falls jemand tatsächlich noch da draußen existiert, der glücklicherweise wirklich nicht weiß, was das bedeutet] Natürlich aus reiner Neugier, versteht sich. Prompt ein MATCH! Nach einigen Zeilen hin & her war dann folgendes klar.

  • Er wusste, dass ich seine Nachbarin bin

  • Er hat abgewartet, ob auch ich ihn auf tinder sehen & nach rechts swipen würde

  • Er brauchte ein digitales Approval, um sicher zu gehen, dass er sich keinen Korb einfängt

Japp, so läuft das heute. Es braucht scheinbar diese oder jene App, um miteinander in Kontakt zu treten. Sollte es doch mal einer im wahren Leben gewagt haben, ließen sich diese “Manöver” in folgende – nennen wir es mal – Sparten kategorisieren.

  1. Zu betrunken, um noch geradeaus zu laufen, geschweige denn sich artikulieren oder erst recht die Finger bei sind behalten zu können

  2. meiner Herkunft gegenüber nicht besonders wohlgesonnen: “Ach, du bisch Düetsche…”

  3. so von sich eingenommen & seinem Gebaren überzeugt, dass leider ich nicht mehr “in Stimmung” war

  4. In Deutschland saß ich zwar nicht bis zum St. Nimmerleinstag allein an der Bar, dennoch trafen Punkt 1) & 3) ebenfalls zu & konnten noch um folgende Punkte ergänzt werden.

  5. Über den Barkeeper Getränke vor mir abstellen lassen, da selbst nicht vorbeikommen wollen/trauen

  6. Direkt betatscht werden [ein Phänomen, das mir in beinahe 5 Jahren Schweiz nicht einmal untergekommen ist, somit hat alles auch seine Vorteile]

Ja, daten ist nicht einfach. Weder digital, noch analog. Wenn man sich aber einen gewissen Galgenhumor aneignet, ist es sogar ziemlich witzig. Besonders für den vergebenen Freundeskreis. Da kann man mithilfe diverser Dating-Eskapaden des voll ausgelebten Single-Lebens gut & gern ganze Abende mit schallendem Gelächter, bis zum Haaransatz hochgezogenen Augenbrauen & ungläubigem Kopfgeschüttel à la “Dein Ernst? Was fürn Freak..hahahaa” füllen. Um hier noch die Kurve zu kriegen – natürlich gibt es auch gute Stories & wunderschöne Begegnungen, die ich habe erleben dürfen. Ganz klar. Nur sind die bei weitem nicht so witzig & liefern nicht annähernd so viel Stoff für den ein oder anderen lautstarken Lacher.


Was ich aber aus all meinen Erfahrungen gezogen habe ist, dass man das ganze Thema nicht zu ernst nehmen darf. Je verbissener... ja je verzweifelter man an die ganze Sache herangeht, desto weniger klappt es & desto frustrierter wird man [wo wir wieder beim Parship-Phänomen von oben wären] Nicht dass ich die Menschen nicht verstehen würde, die sich nach Liebe & einer erfüllten Partnerschaft sehnen. Das ist ein Wunsch, der mir keineswegs fremd ist. Aber erzwingen kann man in der Liebe nichts. Sie kommt & geht wie sie will & zwar genau dann, wenn die Zeit reif ist & keinen Nanometer vorher. Alles andere ist meiner Meinung nach – auf kurz oder lang – entweder zum Scheitern verurteilt, oder ein Kompromiss. Und das ist es nicht, was ich will. Ich will MEHR!

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